SKS-Praxis

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Der Trend, die SKS-Ausbildung auf eine Woche zu "schrumpfen" gegenüber früher einen zweiwöchigen Ausbildungstörn zu absolvieren, hat sich durchgesetzt. Dies hat leider negative Folgen:

  • Seemeilenerfahrungen müssen vorab gemacht werden (ca. 150sm).
  • Ohne Vorerfahrung bedeutet dies: 300sm in einer Woche zu fahren und "nebenbei" zusätzlich Manövertraining für die Praxisprüfung absolvieren sie wie eine Festigung von praxisrelevantem Theoriewissen zu erreichen.
  • Hohe Durchfallquote mit entsprechender Frustration
  • Mehrkosten/Mehraufwand durch eine nichtbestandene Praxisprüfung

Auch die noch so "coolsten" Prüflinge sind in der Prüfungssituation aufgeregt. Die tollen Manöver, die während einer "Probeprüfung" am Vortag noch gut gelungen sind, sehen in den Stunden mit Prüfern an Bord oft völlig anders aus. Meist können nur ca. 70% des eigentlichen Könnens abgerufen und gezeigt werden. Sinnvollerweise sollte das Manövertraining die Prüflinge zu sehr routinierten Seglern in wesenlichen Situationen machen. Geprüft wird, ob der/die angehende SKS-Scheininhaber/in das Ausbildungsschiff in Eigenverantwortung sicher führen und klare, eindeutige Kommandos in allen Situationen machen kann. Dazu zählen: Segel setzen und bergen, Manöverkreis mit Wende und Halse, Rettungsmanöver mit und ohne Maschinenunterstützung, Beiliegen durch Beidrehen sowie das Auflösen des Beiliegers, sichere Fahrt unter Maschine im Hafen, An- und Ablegen. Die Manöver müssen den aktuellen Wind- und Wetterverhältnissen und dem herrschendnen Seegang angepasst sein, damit sie gelingen. Praxisrelevantes Theoriewissen, dass während der Prüfung an Bord abgefragt wird muss präsent sein. Es können Fragen aus den Bereichen Seemannschaft, Navigation, Seerecht (KVR), Wetterkunde gestellt werden.

Prüflinge mit Erfahrungen im Jollensegeln oder offenen Kielyachten (z.B: beim sbf-Binnen unter Segel und Motor erlernt werden), sind hierbei klar im Vorteil - auch wenn diese formal nicht erforderlich sind.

Ideal wären aktive Segelerfahrungen auf mehreren Törns bevor man den Ausbildungstön antritt. Die Ausbilder sollten neben dem Fachwissen explizite pädagogische Fähigkeiten und menschliches Einfühlungsvermögen mitbringen, sowie die Bereitschaft zu individuellem Choaching. Sie sollten in der Lage sein, jederzeit die Gruppendynamik zu erkennen und eine positive entspannte Lernatmosphäre zu verbreiten.